Keine Verletzung des väterlichen Elternrechts durch Übertragung des alleinigen Sorgerechts für 15 bzw. 17 Jahre alte Jugendliche auf die Mutter

Das Wohl des Kindes steht bei Aufhebung der gemeinsamen Sorge und der Übertragung des Sorgerechts auf nur einen Elternteil an erster Stelle. Wird die gemeinsame elterliche Sorge aufgehoben und nur auf einen Elternteil übertragen, so hat in vorliegendem Fall das Bundesverfassungsgericht geprüft, ob die Entscheidung des Familiengerichts dem Wohl des Kindes entspricht und die die Grundrechte aller Beteiligten nicht grundlegend verkannt wurden. Nach Auffassung des Gerichts wird das Elternrecht nicht verletzt, wenn das Fachgericht das alleinige Sorgerecht für zwei 15 und 17 Jahre alte Jugendliche auf die Mutter überträgt, da es für die Ausübung des gemeinsamen Sorgerechts an der notwendigen Einigungsfähigkeit der Eltern fehlt und die Sorgerechtsreglung dem Willen der beiden Söhne entspricht. (BVerfG, Nichtannahmebeschl. v 22.03.2018 – 1 BvR 399/18 OLG Karlsruhe)